Das verlorene Hörgerät

Vor einigen Wochen klingelte es an einem sonnigen Nachmittag an meiner Haustüre. Ich erwartete niemanden und öffnete verwundert die Tür.

Vor mir stand eine etwa 85-jährige Frau, gestützt auf 2 Krücken, begleitet von ihrer Schwiegertochter.

„San Sie diejenige, die des Antoniusbücherl geschrieben hat?“ fragte sich mich im Eingang meines Hauses.

„Ja..,“ antwortete ich, „…die bin ich.“

„Guad…“, sagte sie zu ihrer Schwiegertochter, „…dann samma richtig“ und ging an mir vorbei ins Innere des Hauses. Ich bot ihr einen Platz an, da sie wirklich sehr schlecht zu Fuß war.

Sie kruschte umständlich in ihrer Tasche und schob mir schließlich einen 100 Euroschein über den Tisch.

Verwundert fragte ich sie für was der Schein ist.

Sie meinte: „Weißt Mädl, ich bin nicht mehr so gut zu Fuß und du hast so einen guten Draht zum Schlamperltoni. Sei doch so gut und schmeiß du die 100 Euro für mich in den Opferstock. Ich hab dem Toni nämlich versprochen, wenn ich mein altes Hörgerät wieder finde, welches ich schon seit Wochen suche, kriegt er 10% vom Neupreis. Die neuen Hörgeräte sind nämlich richtig teuer. Eine Stunde später, nachdem ich ihm die 100 Euro versprochen hatte, hab ich mein altes am Feldweg im Gras gefunden. Und jetzt sei so gut und bring ihm das Geld so bald wie möglich, denn ich will keine Schulden bei ihm haben.“

Um ihre Bitte zu bekräftigen klopfte sie noch zweimal mit der flachen Hand auf den Geldschein. Ich versprach ihr, dass ich das Geld gleich am nächsten Tag in Tölz einwerfen werde. Zufrieden meinte sie daraufhin zu ihrer Schwiegertochter: „So, jetzt kannst mich wieder heimfahren“.

Und ich war glücklich, dass ich wieder so eine nette Geschichte erfahren durfte.

 

 

Der Anruf aus Wackersberg

20150805_215701Kurz nachdem mein Antoniusbuch Band 1 erschienen war, erhielt mein Mann einen Anruf eines Bauern aus Wackersberg, der verlangte mich zu sprechen. Nachdem Thomas ihm erklärt hatte, dass ich gerade nicht da sei, meinte er, dass vielleicht auch er ihm helfen könnte. Thomas fragte ihn, um was es ginge.

Daraufhin meinte der Bauer: „Woaßt…!  I hob jetzad des Bücherl vom hl. Antonius g´lesn und möcht jetzt gerne 20,– Euro investieren und i möcht nix verkehrt machen. Jetzt mei Frage, muss man zuerst zahl´n und dann beim hl. Antonius sein Anliegen vorbringen, oder muss man erst danach zahl´n?

Thomas versicherte ihm am Telefon, dass es besser ist, wenn er erst nach Erfolg zahlt und nur dem hl. Antonius was verspricht.

Zufrieden meinte daraufhin der Bauer:

„Dann ist´s ja guad! Denn du musst wiss´n, zum Fenster ausseschmeiß´n hob i des Geld ja a ned.

Indien trifft auf bayrische Kultur

Vor 4 Jahren hatte Birgit eine historische Stadtführung für eine Gruppe indischer Banker. Die 10 Herren, alle um die 30 Jahre alt, kamen in maßgeschneiderten Anzügen und Birgit fing mit ihrer Führung unten an der Isar an, wo sich früher auch das Kneippbecken befand. Einer der Teilnehmer konnte mit dieser merkwürdigen Anlage nichts anfangen und fragte schließlich  für was das denn gut sei. Birgit sagte den indischen Gästen, dass sie ihre Schuhe ausziehen und die Hosen hochkrempeln sollen. Ungläubig starrten sie Birgit an, taten aber dann doch, was sie ihnen empfahl. Es war schließlich ein sehr lustiges Bild, als 10 Inder in Maßanzügen, wie die Störche durch das knietiefe Wasser wateten und viel Spaß dabei hatten. Ein Inder meinte, dass es für ihn von sehr großem Vorteil sei, dass er in Deutschland studiert hat, denn dadurch hätte sich sein Heiratsmarktwert in seiner Heimat erhöht, woraufhin Birgit lachend meinte, dass nach der Kneippkur sein Wert nochmal steigen würde. Zum Abschluss des Stadtrundganges führte Birgit die Inder in die Enzianbrennerei Schwaighofer, wo ihnen ein Stamperl Enzian serviert wurde, was für sie auch ein sehr ungewohntes Getränk war und einige einen hochroten Kopf und einen Hustenanfall bekamen.  Letztendlich hat ihnen aber die bayrische Kultur sehr gut gefallen.

Kinderstadtführungen

Bayrisch als Fremdsprache:
Während einer Kinderstadtführung im Sommer 2015 wurde Angi von einem kleinen Mädchen aus Geretsried gefragt, ob sie denn kein deutsch spreche …. Angi spricht halt bayrisch😉

Kindersorgen:
Birgit war mit der Grundschule Wackersberg unterwegs, als ihr auffiel, dass der kleine Seppi so griesgrämig schaut. Auf ihre Nachfrage zu seiner Traurigkeit meinte Seppi : „Ja mei, der Milchpreis ist halt so schlecht …“. Birgit musste hellauf lachen.

Dass Angi „mehrsprachig“ ist, zeigt eine andere Geschichte. Nach einer Stadtführung mit einer Gruppe aus Hannover wurde sie von einer Dame angesprochen:“Sie sind aber auch nicht von hier, oder?“ Da war sie dann doch für ein paar Sekunden SprachLos:))

Weihnachtsfeier im April

Weihnachten im AprilGestern hatte ich bei starkem Schneefall eine sehr nette und außergewöhnliche  Stadtführung für das Menü-Restaurant „Ogricht“ aus Holzkirchen.

Bevor ich die Belegschaft sah, hörte ich schon von Weitem Weihnachtslieder erschallen, denn die in Dirndl gekleideten Damen, holten ihre Weihnachtsfeier nach. Es war eine meiner lustigsten und schönsten Führungen, und ich nehme mir vor, die Damen baldmöglichst in ihrem Restaurant zu besuchen.

Danke für den Besuch in Bad Tölz und hoffentlich auf bald

Birgit